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Geschichte der schulischen Entwicklung des Konzepts:

Seit Schuljahr 2013/2014 gibt es in Wildenrath den jahrgangsübergreifenden Unterricht der Schuleingangsphase, d.h. Klasse 1 und 2. Dieser wurde damals zur Standorterhaltung der Schule beschlossen und im Schuljahr 2014/2015 fortgesetzt. Vor den Sommerferien 2015 wurde der alte Beschluss, jahrgangsübergreifend in der Schuleingangsphase zu arbeiten, erweitert auf ein jahrgangsübergreifendes Lernen von Kindern der Jahrgänge 1 bis 4 in jeder Klasse. Dieser Beschluss wurde schrittweise umgesetzt, so dass im Schuljahr 2015/16 in 3 Klassen Kinder der Jahrgänge 1 bis 3 lernten und seit dem Schuljahr 2016/17 jahrgangsübergreifendes Lernen von Klasse 1 bis 4 stattfindet.
 

Begründung für dieses Konzept ist vor allem die Standortsicherung, damit der Erhalt des Teilstandorts Wildenrath gesichert ist. Zudem kommt auch die Überzeugung hinzu, dass dieses Konzept sinnvoll für die Schüler und Schülerinnen von heute ist.

Durch die veränderten Lebensbedingungen von Kindern in unserer heutigen Gesellschaft kann Schule nicht mehr die Schule sein, die sie vor 20 Jahren war. Die unterschiedlichen Leistungs- und Entwicklungsstände der Kinder sowie der bestehende Altersunterschied von 2 und mehr Jahren (z.B. durch vorzeitige Einschulung oder Wiederholung) machen die bestehende Heterogenität deutlich. Einer individuellen Förderung innerhalb von Jahrgangsklassen sind aber Grenzen gesetzt. Die bestehenden Unterschiede in der Lernentwicklung der Kinder sehen wir nicht als Defizite, sondern wir betrachten jedes Kind in seiner Individualität als Mensch mit Stärken und Schwächen. Lernen wird nicht behindert, sondern durch die unterschiedlichen Kenntnisse und Entwicklungsstände der Kinder bereichert. – Wir wollen die Vorteile der Unterschiedlichkeit nutzen.

Vorteile der Jahrgangsmischung

An Gruppenerfahrungen anknüpfen

  • Anknüpfen an altersgemischte Gruppenerfahrungen aus KiTa und vorschulischem Lebensumfeld (Kontinuität von sozialen Beziehungen)
  • ehemalige Kindergartenfreunde wieder treffen, die sich im Schulalltag schon auskennen. Auch für Eltern kann es eine Hilfe sein, wenn erfahrene Eltern aus den anderen Jahrgängen in der Klasse mit vertreten sind
  • Möglichkeit der Einführung in das Schulleben sowie grundlegende Organisationsformen und Arbeitsformen im Unterricht durch jahrgangsältere Kinder (Förderung des Selbstkonzeptes und des sozialen Miteinanders)
  • Rituale und Materialien sind den größeren Kindern schon bekannt. Dadurch wird der Schulanfang für Erstklässler entlastet.

Soziale Erfahrungen ermöglichen

  • Sozialbeziehungen unter Kindern unterschiedlichen Alters ermöglichen (Förderung kooperativer Einstellungen und sozialen Verhaltens)
  • Kinder üben soziales Verhalten, indem sie wechselnd Kleiner und Größer sein werden, Hilfe geben und Hilfe annehmen werden.

Selbstständiges, eigenverantwortliches Lernen

  • Schule muss heute auf ein lebenslanges Lernen vorbereiten. Dabei werden Methoden der Aneignung von Wissen immer wichtiger. Lernen wird als aktiver Prozess des Lernenden selbst verstanden, so dass das Einüben selbstständiger und eigenverantwortlicher wird.

Heterogenität annehmen und nutzen

  • Das Spektrum des Denkens, Könnens und der Interessen verschiedener Kinder ist durch die Alterspanne vergrößert, womit die Anregungen für jedes Kind steigen.
  • Heterogenität ist offenbar.
  • Kinder unterstützen sich beim Lernen gegenseitig – das eigene Lernen wird im hohen Maße gestärkt – dadurch entsteht ein größeres Beziehungsgeflecht der Kinder untereinander und damit ein verringertes Konfliktpotenzial.
  • Gelegenheiten vorausgreifenden Lernens für Jahrgangsjüngere und vertiefenden Durchdringens der Jahrgangsälteren.

Individuelles Lernen ermöglichen

  • Schon lange ist bekannt, dass nicht alle Kinder zur gleichen Zeit die gleichen Lernziele erreichen können. Jedes Kind hat seine individuelle Lerngeschwindigkeit. Im JÜL ist individuelles Lernen besonders möglich, denn es ist ganz normal, dass jeder an unterschiedlichen Inhalten arbeitet, die im Augenblick seinem Lernstand entsprechen (keine Stigmatisierung, kein Vergleich, dadurch weniger Leistungsstress).

Vorteile der individuellen Verweildauer

  • Verweilmöglichkeiten innerhalb des bestehenden Klassenverbandes (überspringen, wiederholen)

Wie sieht der Unterrichtsalltag in JÜL aus?

Phasen individuellen Lernens

  • Wochenplan
  • Rechtschreibtraining nach Sommer-Stumpenhorst

Phasen gemeinsamen Lernens

  • Projektarbeit
  • Gemeinsames Erarbeiten – spätere Ausdifferenzierung in den Aufgabenstellungen
  • Gemeinsamer Werkstatteinstieg und gemeinsames Ende – dazwischen arbeitet jeder an individuellen Aufgaben

Bei beiden sind Partner- und Gruppenarbeitsphasen mit eingeschlossen. Es gibt aber auch Kursstunden, in denen alle Kinder eines Jahrgangs zusammenkommen. Oder Stunden in denen Kinder zusammenkommen, die an einer bestimmten Problemstellung weiterarbeiten.

 

Der Lehrer

Der Lehrer ist dabei mehr Beobachter, leistet Hilfestellung, dokumentiert und entwickelt den Lernpfad jedes Kindes danach individuell weiter. Die Vermittlung der Unterrichtsinhalte richtet sich dabei (wie in allen Grundschulen) an den Richtlinien und Lehrplänen des Landes NRW.

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